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Montag - 22.06.2009 - 09:08Uhr
Campus Life
Besetzer lehnten Angebote des Rektorats ab
Am frühen Samstagmorgen ist die Alte Universität in der Heidelberger Innenstadt von Polizeikräften geräumt worden, nachdem am Freitag wiederum mehrstündige Gespräche zwischen der Universitätsleitung und den Besetzern nicht zum erhofften friedlichen Abzug geführt hatten. Die Polizei nahm die Personalien von 102 Personen auf, einige von ihnen mussten aus dem Haus getragen werden. Das Gebäude, in dem auch das Rektorat der Universität untergebracht ist, war am Mittwoch von rund 100 Personen besetzt worden, die am Donnerstag und Freitag den Universitätsmitarbeitern, die im Gebäude ihren Arbeitsplatz haben, den Zugang verwehrten.

Die Besetzung der Alten Universität verstößt aus Sicht des Rektorats gegen die Prinzipien und den Geist der Universität Heidelberg. Um den Dialog mit den Studierenden aufrecht zu halten, hatte der Rektor der Universität, Prof. Dr. Bernhard Eitel, jedoch zunächst auf eine polizeiliche Räumung verzichtet und mehrfach Gespräche mit den Besetzern geführt. Dabei betonte er, dass er Verständnis für die Unsicherheit der Studierenden angesichts der großen Umwälzungen im Bildungssystem habe. Das Rektorat teile viele der Ziele der Studierenden, die sich im Bildungsstreik engagiert haben. Dazu zählen die Forderung nach zusätzlichen Ressourcen für Bildung und Wissenschaft, ein universitärer Anspruch auf Bildung in Verbindung mit Ausbildung oder die Überprüfung und Flexibilisierung der bestehenden Bachelor- und Masterstudiengänge.

Gleichzeitig hatte der Rektor von Beginn an betont, dass mit der Besetzung eine Schwelle überschritten und die offene Konfrontation mit dem Rektorat gesucht worden sei. Mit einem Positionspapier, das am Freitag den Besetzern vom Prorektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Kurt Roth, vorgetragen und diskutiert wurde, hatte die Universitätsleitung noch einmal versucht, den Weg für eine Freigabe der Alten Universität zu eröffnen. Im Mittelpunkt stand dabei das Bemühen, die Kommunikation mit Studierenden weiterzuentwickeln und in einen kontinuierlichen Dialog zu überführen. Der Rektor hatte seine Teilnahme an einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu den Fragen der Studierenden in der kommenden Woche angeboten, eine gemeinsame Kommission mit den Studierenden sollte die Arbeit fortführen.

Prof. Eitel: "Die Besetzer sind den dringenden Appellen, die Alte Universität freiwillig zu räumen und damit den rechtswidrigen Zustand zu beenden, nicht gefolgt. Auch unser Angebot, in Räume der Neuen Universität umzuziehen, um dort die laufenden Diskussionen fortzuführen, wurde ausgeschlagen. Für mich war damit gestern Nacht eindeutig belegt, dass alle Möglichkeiten zum Dialog mit den Besetzern ausgeschöpft waren. Ich will meine große persönliche Enttäuschung über diese Entwicklung nicht verbergen. Es ist immer ein Scheitern, wenn Polizei in der Universität tätig werden muss."

Der Rektor erklärte, er sehe keine Basis für weitere Gespräche mit den Besetzern, sehr wohl jedoch mit den Studierenden, die friedlich ihre Anliegen in die Öffentlichkeit getragen haben. Es werde von Seiten des Rektorats eine Initiative geben, gemeinsam mit den Studierenden Wege zu finden, die Universität Heidelberg als Ort des fruchtbaren wissenschaftlichen Miteinanders von Studierenden und Forschenden in einer Volluniversität weiterzuentwickeln.
(Quelle: idw)
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