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Donnerstag - 24.06.2010 - 10:09Uhr
Studium
Zwei prominente Experten kritisieren Bachelor/Master
Berlin, 23. Juni 2010. Mit der Einführung der neuen Studiengänge Bachelor und Master setzen sich im neuen „DSW-Journal“ des Deutschen Studentenwerk (DSW) zwei prominente Experten auseinander: der Studierendenforscher Tino Bargel von der Universität Konstanz und der ehemalige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Klaus Landfried.
Tino Bargel ist seit langem Mit-Autor des so genannten „Studierendensurveys“ der Bundesregierung, in welcher Studie die Werte, Haltungen und Wünsche der Studierenden untersucht werden. In seinem Beitrag für das neue „DSW-Journal“ macht er Vorschläge, was bei Bachelor/Master an Deutschlands Hochschulen besser gemacht werden müsse.
Insbesondere die „Übergangsproblematik zum Masterstudium“ müsse geklärt werden. Unübersichtliche Vorgaben und unterschiedliche Quoten würden die Studierenden verunsichern; für die Studierenden herrschten „unklare Selektionsverfahren, die sie kaum durch eigene Leistung steuern können.“ Die Kriterien für die Aufnahme eines Master-Studiums müssten, fordert Bargel, „allgemeingültiger und transparenter gefasst werden, sie dürfen nicht abschrecken, sondern sollten einladen.“
Mit der Einführung des Bachelor-Studiums in Deutschland seien die Studierenden in die „Kundenrolle“ gedrängt worden, schreibt Bargel. „Als bloße ‚Kunden’ sind sie aus der Mitgestaltung und Mitverantwortung entlassen – eine fatale Folge für die Studierendenqualität.“
Die Hochschulen müssten jede „kulturelle, soziale und politische Beteiligung der Studierenden“ viel stärker fördern. „Den Studierenden wird weithin vorenthalten, was sie im Studium begeistern oder motivieren könnte“, kritisiert Bargel.
Professor Klaus Landfried, der ehemalige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, nimmt mit gehörigem polemischen Furor die Professorinnen und Professoren ins Visier. Er schreibt: „Die selbstreferenzielle Arroganz steuerfinanzierter universitärer Obergurus, denen schon die Worte ‚Praxisbezug’ und ‚Problemlösungskompetenz’ alle Anzeichen der Verachtung auf die Mienen treiben, ist eine der Ursachen gegenwärtiger Hochschulprobleme in Deutschland.“
(Quelle: Deutsches Studentenwerk)
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